205
Direktoriums für ilire Propaganda, der Mangel an ei-nem gründlichen System der auswärtigen Politik undder Hals, den das Ausland gegen unsere republikani-shen Einrichtungen hegte, mufsten bald ein neuesfeindliches Zusammentreffen herbeyführen.
Kaum war der Vertrag von Campo-Formio unter-zeichnet, ais schon von allen Seiten neue Stoffe zurZwietracht zum Vorschein kamen; der erste war diePievolution des Veltelins. Dieses Land, Graubündtenunterthan, hatte mächtige Gründe, seine Emaucipationzu wünschen; es war eine Zugehör zu Italien, essprach die nämliche Sprache, lag am südlichen Gefälleder Alpen und bezog sein Korn aus Italien. SeineEinwohner, als Unterthanen von allen öffentlichenAemtern ausgeschlossen , mufsten natürlich eine Ord-nung der Dinge wünschen, die sie an der RegierungTheil nehmen liefs. Man hetzte sie gegen die Grau-bündtner auf; diese riefen Frankreich um Vermittlungan: man antwortete ihnen durch die Vereinigung desVeltelins mit der cisalpinischen' Republik. Der kargeVortheil, die neue Republik bis an die Alpen auszu-dehnen und uns dadurch eines Landes zu versichern,das seine Gewässer nach Italien ergiefst, liefs uns dieGefahr übersehen, die eines Tags aus dieser Verschmel-zung des Veltelins mit einer östreichischen Provinzhervorgehen konnte. Die französische Republik, derFreundschaft der Schweizer zu jener Zeit versichert,hätte in der That einem Staate von so zweifelhafterDauer, wie die cisalpinische Republik, keine Piechteverleihen sollen, die einst auf die alten Besitzer derLombardey wieder übergehen konnten. Das Velteliuverschlol's , so lange es zu Graubündten gehörte, denZugang in die Schweiz von der Seite Tyrols, vermin-derte Oestreichs Einüufs in den helvetischen Thälern,