Band 
Erster Band.
Seite
314
JPEG-Download
 

drücket’ auftreten. Aus dieser falschen Stellung ent-sprang ein gegenseitiges Mifsverständnifs das Direk-torium suchte sich mit der nö'thigen Macht zu beklei-den, um sich mit der Ungeheuern Aufgabe, die ihmauferlegt war, in gleiche Hohe zu setzen. Die Nation,welche eine Freyheit zurückverlangte, deren Daseynsie bisher nur aus Proklamationen kannte, sah jedenSchritt, den die Direktoren im Gebiete der Gewalt vor-wärts thaten, als den Akt einer unerträglichen unddem Zwecke der Revolution geradezu entgegenlaufen-den Tyranney an.

Der gesetzgebende Körper benützte die Schwie-rigkeiten ihrer Lage, um ihr Unrecht desto schärferzu bezeichnen. Laut klagte er sie an, „das Volker-Brecht verletzt zu haben , indem sie ohne ein Mani-fest oder eine vorhergegangene Erklärung die Schweiz„und das ottomanische' Reich augegriifen hätten ; die„Freyheit der Urversammlungen unterdrückt zu ha-ften; dafs'sie Bastillen errichteten; dafs sie Jeden,„der das Unglück habe, ihnen zu milsfallen, auf die,,Emigrantenliste setzten; dafs sie in Holland, in Ita-„lien, in der Schweiz öffentliche Gerichte halten und„dafs sie die Repräsentanten unter einer fortwähren-den Knechtschaft zu erhalten suchen.” Bey einersolchen Stimmung der Gemüther waren alle Anstren- ,gungen, die^VVahlen des Jahres VII. meistern zu wol- )len, vergeblich, und die Abgeordneten der neuen Se- Irie kamen mit dem festen Entschlüsse an, eine Tyran- Iney zu stürzen , welche die grofsen Gefahren des Va- Iterlandes und die Hoffnung auf den Sieg allein hatten Ierträglich machen können.

Sieyes Ernennung an die Stelle Rewbels, welchendas Loos traf, von dem Direktorial-Sitze abtreten zumüssen, bestärkte die Deputirten in ihrem Vorhaben.