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Zweyter Band.
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liefs es mich keine Minute, weil ich den Werth der’Zeit kannte, den meine Feinde nie zu schätzen ver-standen.

Ich sah wohl ein, dafs der geringste Schein vonSchwäche, die ich blicken liefs, Alles verderben wür-de, und ich vex’fuhr demnach, als oh ich schon ganzsicher gewonnen Spiel hätte. Mit den erbärmlichenAusflüchten des spanischen Ministeriums zufrieden,verlangte ich von ihm als Unterpfand seiner Aufrich-tigkeit das in dem Vertrage von St. Udefonso bestimmteKontingent; es schickte mir 15—16,000 Mann unterdem Marquis la Romana zu, welche während des Win-ters durch Frankreich zogen; ich wollte sie anfänglichnach Italien verwenden, später aber bestimmte ich siedazu, das nördliche Deutschland vor Englands Angrif-fen zu schützen.

Wiewohl es klug gewesen wäre, Italien, den Haupt-gegenstand von Oestreichs Lüsternheit nicht zu ent-hlöfsen, so zog ich doch die Divisionen Boudet undMolitor nebst einer italienischen Division heraus, dieich nach Sachsen anwies, um mit den Batavern undSpaniern eine Observations - Armee an der Elbe zu bil-den. Zur Räumung Neapels konnte ich mich nichtentschliefsen, weil ich überzeugt war, dafs bey Be-rührung des kleinsten Ringes in dieser vielumfassen-den Kette bald Alles Zusammenstürzen würde. St. Cyrblieb bey meinem Bruder Joseph in Neapel , und Mar.mont setzte in Dalmatien seinen kleinen Krieg gegendie-Montenegriner, die von einer Ablheilung der fünf-zehnten russischen Division unterstützt waren, fort.Sogar Massena berief ich aus Italien zu der grofsenArmee; denn durch Alles wollte ich Oestreich bewei-sen, dafs der Gedanke an einen Bruch von seiner Seitemir nicht im Kreise der Möglichkeit schien.

Napoleon’s Leben. 2 ter Band. 22