Band 
Dritter Band.
Seite
39
JPEG-Download
 

39

Ferdinand hatte bey seiner Abreise von Madridblofs seine Absicht ausgesprochen , sieb nach Vittoriazu begeben, bis wohin ich, wie man ihn glaubengemacht hatte , ihm entgegenkommen würde. .Raumwar diese Abreise festgesetzt, als sich von allen SeitenSpaniens das Gerücht verbreitet, dieser Fürst, vonfranzösischen Truppen umgeben , sey gewaltsam zudiesem Entschlüsse gezwungen worden.

Eine dumpfe Bewegung, gewöhnlicher Vorbotedes baldigen Ausbruches, verbreitet sich nun bis nachMadrid. Um das Volk aufzureilzen, setzt man nochhinzu, der Infant Franz von Paula, der sich alleinnoch in der Hauptstadt befand, solle aufgehoben undnach Frankreich abgefiihrt werden i). Auf diese Kundesteht ganz Madrid auf, Murat, von einer wülhendenVolksmenge angefallen, sieht sich, um ihren Streichennicht selbst zu erliegen, genöthigt, sie mit Kartätschenbeschiefsen zu lassen. Von a eu Seiten dringen unsere,um Madiid herum lagernden Kolonnen in die Strafsen,wo sich ein mörderischer Kampf entspinnt. Unsre beyden ersten Erfolgen des Pöbels aufgeopferten Soldatenreizen ihre Kameraden zur Rache; Alles, was mit denWaffen in der Han l getroffen wird , mufs über dieKlinge springen. Die Schreckensscenen dauern bis indie Nacht, in deren Dunkel die Hinrichtung der schul-digsten Anführer dieser Meuterey vor sich gellt,'

Bey der Nachricht von diesem beweinenswerthenGemetzel, zog ich gleich dessen Folgen alle in Be-tracht; allein es war nicht wohl mehr möglich , um-zukehren. Auch versprach ich mir von der Zusam-menberufung einer großen National-Junta einen ent-

1) Der Infant Kariös, der sich bey der Abreise ries LissabonerHofs in Portugal befand, hatte sich mit demselben nach Bra-silien eingeschifft.