Band 
Dritter Band.
Seite
293
JPEG-Download
 

293

gehen, und, unterstützt von Wilson’s Frey-Korps, dieRichtung Von Chaves einschlagen sollte. Der Plan warwohl berechnet, und die Vertheilung der Truppen aufeine Weise angeordnet, dals er gelingen mul'ste. Un-sere Vorhut unter dem unerschrockenen Franceschiwurde bey Grijon unversehens angegriffen und bey-nahe umzingelt; dennoch gelang es der Geistesge-genwart ihres Führers, sie ohne bedeutenden Verlustnach Oporto zurückzuführen.

Soult’s Lage war bedenklich; unbestimmte Ge-rüchte verkündeten zwar den heranuahenden Sturm»allein bey alle dem fehlte es ihm an sichern Nach-richten; denn, wenn die spanischen Insurgenten ihrGeheimnifs wohl bewahren konnten, so war diel's in.Portugal nach weit mehr der Fall, Jedoch am 8 vonWellington’s Ankunft zu Coimbra in Kenntnifs gesetzt,nahm er darauf Bedacht, die in der Provinz zerstreutliegenden Detachements zu sammeln , um sieh zun*Gefecht oder zum Rückzüge vorzubereiten. Die Kundevon dem Kriege mit Oesterreich hatte auf das Mora-lische seiner Armee nachtheilig eingewirkt. Jeder sahnun hier in Portugal blofs einen Abgrund, der ihn ver-schlingen sollte, während er dagegen Ruhm, und Be-lohnungen einzig der Armee in Deutschland beschiedenglaubte* Der tagtägliche Krieg gegen ein empörtes,Land ist nicht die Sache des französischen Soldaten ;tapfer, allein vertrauend und nicht besonders, geschicktfür diese Art von Feindseligkeiten, wurde er dadurchzur Verzweiflung gebracht. Ueberdiefa ist auch nichtzu läugnen, dafs durch jene groi'sen , in wenig Jahren,errungenen Triumphe die Details des Felddienstes ver-nachiäfsigt worden waren; ein Jeder gab sich nach,und glaubte seine Schuldigkeit gethan zu haben» wenuec sich tapfer schlug.