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Aufgeben seiner Freundschaft als Treulosigkeit erschei-nen. Solche Bedenklichkeiten mufsten von der Staats-Vernunft schwinden 5 überdiefs bewies auch der St.Petersburger Hof durch seine wenige Zuvorkommenheitzur Genüge, dafs ihm nicht viel daran liege, ob ichihm den Vorzug gebe : dadurch dafs ich mich nach dieserseiner Sinnes-Aeufserung richtete, glaubte ich mir nundurchaus keinen Vorwurf zuzuziehen. Meine Vermäh-lung mit einer österreichischen Prinzessin wurde dem-nach beschlossen.
Spätere Ereignisse haben die Ansicht ergänzt, alsob ich hiedurch gefehlt, und ein Bündnifs mit Rufs-land mir vortheilhaftere Wechselfälle geboten hätte.Soviel ist wenigstens gewifs, es hätte mir den unseli-gen Feldzug von lgi2 erspart. Allein in dem Bünd-nisse mit Oesterreich lag auch durchaus nicht die Ver-bindlichkeit, nach Moskau gehen zu müssen, und un-gerecht wäre es, demselben das zur Last legen zuwollen, wozu mein Verhängnifs allein mich führte.
Jedennoch mufs ich gestehen, dafs es mir vermit-telst der Entsagung auf das Grofsherzogthum Pohlenleichter geworden wäre, mir Rufsland aufrichtig zugewinnen, als Oesterreich zufrieden zu stellen, das ichfür seine Verluste auf Kosten meines Reiches hätteentschädigen müssen: kurz, Alles wohl überlegt, dasBündnifs mit Rufsland hätte mir besser angestanden.
Nachdem mein Entschlufs einmal gefafst war,giengen die mit dem Fürsten von Schwarzenberg an-geknüpften Unterhandlungen rasch vorwärts, und Kai-ser Franz bedachte sich keinen Augenblick, mir seineTochter, Marie Louise, zu bewilligen. OberflächlicheMenschen haben den Grund zu dieser Vermählung mit/ler Tochter der Cäsaren in meinem übermäfsigen Stolzefinden wollen. Nichts ist lächerlicher. Josephine hätte