365
nen wären, die Bürger- und die See-Soldaten, in Ge-meinschaft mit einigen Regiments-Depots , nicht hin-gereicht hätten, uns bis zum Eintreffen neuer Unter-stützung, den Eingang zu verwehren; wenn aber im-mer Ueberraschung, Bestürzung und Mangel an Ver-theidigungsmitteln das Gelingen einer Operation an-nehmen lassen dürfen, so kann man mit allem Rechteglauben, es wäre uns geglückt; die Folgen eines sol-chen Ereignisses liegen aber aufser aller inenschlichenBerechnung. In dieser reichen Stadt hatten die Seeleund die Macht der Regierung ihren Sitz; die'Säulendes Herkules galten zu dieser Zeit für das Palladiumder spanischen Freyheit, und selbst dann, wenn die Re-gentschaft sich nach Cartliagena, Alicante oder 'Corun-na verlegt hätte , wäre sie an keinem dieser Orte ebenso mächtig, allein für unsere Bajonette leichter er-reichbar gewesen.
Nachdem Joseph über Sevilla gesiegt hatte, kehrteer nach Madrid zurück und überliefs Soult den Ober-befehl über die Süd-Armee. Ungeachtet nun Cadixdurch unsere Saumseligkeit gerettet war, blieb die Er-oberung Andalusiens dennoch eine sowohl in politischer,als militärischer Beziehung wichtige Operation. Se-villa besals eine berühmte Artillerie-Schule, ein präch-tiges Zeughaus, Giefsereyen, Pulvermühlen. Wir fan-den bedeutende Magazine und 240 Kanonen, die in denWerken befindlichen mit eingerechnet, daselbst vor. Zudiesen Vortheilen gesellte sich noch der des rechten’* Augenblicks; denn zu der Zeit, als der Einfall nachAndalusien geschah, begann Anarchie in die Verwaltungder Spanier einzutreten.
Die Junta war aufgelöst, die Verwaltung einer pro-visorischen Regentschaft, aus fünf Mitgliedern beste-hend, übertragen, und die Cortes waren zusammenbe-