Churfürst Friedrich Wilhelm.
Den Vortheil hat das Ungliick zuweilen, daß es Män-ner erzieht. Daß der junge Fürst in seinem Knabenal-ter vor den hcrumschwärmcnden Kricgsschaarcn seine Zu-flucht bald nach den Forsten von Letzlingcn, bald hinter dieMauern von Ciistrin nehmen müssen, kam seiner persön-lichen Ausbildung vielleicht besser zu Statten, als wenner in ruhigein Genuß, der nachgiebigen und überfüllen-den Erziehungsweise eines Hofes aufgewachsen wäre.Dann hatte man ihn nach den Niederlanden gebracht, andie freien Werkstätten universaler Gelehrsamkeit, zu den be-freundeten Oranicn. Schon war er Mannes genug, dieeinmal gefaßten guten Grundsätze nicht in einer Stundeder Verführung zu vergessen. Don allem aber, was er er-lebte, ist das wichtigste zugleich das einfachste, daß er einLand kennen lernte, welches, obgleich in den allgemeinenKrieg verwickelt, sich dennoch eines unvergleichlichen innernGedeihens erfreute: die Republik stand damals in ihrerhöchsten Blüthe.
Sein angestammtes Erbe dagegen fand er, als er zu-