Band 
Erster Band.
Seite
72
JPEG-Download
 

72

seinem Minister einen glückseligen guten Morgen, oderGottes Beistand Lei der bevorstehenden Entbindung sei-ner Frau Liebsten. Darum durfte dieser aber keine per-sönlichen Interessen in die Verhandlungen mischen: einmalwenigstens wird er ernstlich bedeutet, keine Affectcn blickenzu lassen, wo er nur seine Meinung zu sagen habe.

Aus Friedrich Wilhelms starken, durch die Stimmungdes Gemüthes in einem langen Leben ausgeprägten Gc-sichtszügcn, wie seine Bildnisse zeigen und die welche ihnkannten versichern, leuchtete eine seltene Verbindung vonErnst und Wohlwollen hervor, Güte und Majestät. 'Man dürste nicht meinen, daß ihm diese Eigenschaftengleichsam angeboren gewesen wären. Er war vielmehrvon Natur jähzornig, und Mancher hat seine aufbrau-sende Hitze empfinden müssen; wogegen ihm auch wiedereine gewisse Weichheit des Gemüths inne wohnte, die ihnfür fremde Einflüsse zugänglich machte. Allein wie in derJugend das Unglück, so hat ihn in den späteren Jahrendie Schwierigkeit der Umstände, in welchen er sich befand,gebildet: der ununterbrochene Kampf mit überlegenen Welt-kräften, die stete Gefahr der unabläßig hin und wieder. wogenden europäischen Bewegungen. In deren Behand-lung einer vorübergehenden Stimmung zu folgen, hättein augenscheinliches Verderben geführt; hier war vielmehr

1. Pufendors S. 1652. veneriMonem provoesrv gptL

se6 hunm lueulentae donitstis slricturae temperai-ant, ut von mi-nus Liuoris conciperes.