Band 
Erster Band.
Seite
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Ertragen und Warten, behutsame Vorsicht, Zurückdrän-gen der aufwallenden Gefühle vonnöthcn; man mußteauf das sorgfältigste erwägen, nicht sowohl was manthun wolle, als was man thun könne. Schon Oren-sticrna lobt einmal den Fleiß, mit welchem der Churfürsttu seiner Jugend den Sitzungen seines geheimen Raths bei-gewohnt, wie er sich sogar die Mühe gegeben habe, die ver-schiedenen Abstimmungen aufzuzeichnen. So ftlhr er auchnoch in den spätesten Lebensjahren in unverdrossener Ar-beitsamkeit fort. Unter den empfindlichsten Gichtschmer-jen hat man ihn stundenlang sitzen und die eingegan-genen Briefe mit seinen Secretärcn durcharbeiten sehen,um sich von allem selbst zu unterrichten.' Dann gab eswohl einiges Geheimere, was er sich allein vorbehielt, aberdas Meiste ward doch in eigentliche Berathung gezogen:Friedrich Wilhelm galt für einen der besten Köpfe vonEuropa, von tiefen Gedanken, reifer Erfahrung, doch istes vorgekommen, daß er eine Meinung, die er bereits er-griffen, im versammelten Rathe wieder fallen ließ, wenn ersich überzeugte, daß eine andere besser sei. ^ Man verglichsein Urtheil mit dem Neigen der Zunge in der Waage:nach der Seite hin, wohin das Übergewicht der Gründefällt, fast ohne Willkühr. Und was ich dann, sagt er,

1. Nec iillis recrestionum illeceliris »ec scerriiuis n>o,-Ui sr-

Uculsri» Uoloi-ibu», yuibu» ioxravezceote setote »sepius iole»>»bslur,illäe svell! Pusendorf 1633.

2. Ein Beispiel hat der von Räumer (Europa seit 1763 I, 466)crcerpirte Bericht.