Band 
Erster Band.
Seite
75
JPEG-Download
 

75

gige Universität zu stiften; er verzweifelte nicht an demErfolge der geheimen Wissenschaften, er liebte von demEntlegenen und Wunderbaren zu hören; aber dabei warer doch durch und durch praktisch; auf der wohlerwoge-nen und zum Ziele treffenden Anwendung dessen was erin der Fremde wahrgenommen, und nun mit dem Hei-mathlichen combinirte, beruht größtentheils seine Macht-entwickelung. Diese Verbindung einer ausführenden Thä-tigkeit, mit einer Phantasie, die vor dem Unausführba-ren nicht auf den ersten Blick zurückweicht, giebt seinemWesen um so mehr etwas Großartiges und Heroisches.Wo sich alles berechnen läßt, da verlohnt es nicht derMühe, zu beobachten. Wir fühlen um ihn her die gei-stige Luft, in welcher der Genius athmet; die Handlungenerheben sich auf einem unendlichen Hintergrund. Der in-nerste Kern dieses thatkräftigen, geistig umfassenden Le-bens ist Religion. Noch in späten Jahren hat er ver-zeichnet, wie einst seine Mutter ihm die Lehre gegeben,Gott vor allem und seine Unterthanen zu lieben, das La-ster zu hassen, dann werde Gott seinen Stuhl bestätigen.Er hatte sich dies für alle Tage seines Lebens zur Richt-schnur genommen. Zweimal hat er die polnische Kroneausgcschlagen, denn er wolle von dem Bekenntniß nichtweichen, darin er seiner Seligkeit versichert sei.' Wie

1. 1661, wo seine Gemahlin schon deshalb dagegen war, weilwenn man auch in Polen ihm Religionsfreiheit verspreche, mandies doch nicht halten werde, und 1668, wo ihn viele Senatorenwissen lassen, daß sie ihm gern die Krone gönnen, wenn er sie an-