Band 
Erster Band.
Seite
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S3

Wäre das möglich gewesen, so wäre die Weltgeschichteeine andere geworden. Er hatte gleichsam ein Gefühl da-von, daß zur ruhigen Fortentwickelung der deutschen Dingeeine gleichartige der mächtigen westlichen Nachbarn noth-wendig sei.

Ihm war jedoch nicht beschicken, auch nur die Handan dies Werk zu legen; die Sanduhr seines Lebens, wieer sich ausdrückt — er hatte ein Gemälde mit diesem Sinn-bilde in seinem Wohnzimmer — war abgelaufen; er starb,April 1688, noch ehe der Krieg begonnen war.

Man wird Friedrich Wilhelm nicht den wenigen gro-ßen Männern gleichstellen wollen, welche neue Grundla-gen für die Entwickelung des menschlichen Geschlechtes ge-schaffen: aber den berühmtesten Fürsten einzelner Reiche, de-nen diese ihre Rettung in höchster Gefahr, und die Erneue-rung der Ordnung verdanken, einem Alfred, einem Carl VII,einem Gustav Wasa, ist er unbedenklich zur Seite zu stel-len. Er schritt auf der Bahn der alten deutschen Tcrri-torialfürsten einher, doch ist unter diesen Keiner, der seinLand zugleich in so beklagenswürdigem Zustand gefunden,und es daraus so glücklich bis zu eigener Bedeutungerhoben hätte. Er pflanzte diesen Landschaften einen le-bengebenden Geist, die Triebe eines Staates ein. Erhat die Einrichtungen getroffen, welche den Fortgang zu-gleich der Macht und der allgemeinen Wohlfahrt be-gründeten. Was die Welt am meisten bewunderte, under doch selber auch am höchsten schätzte, war der Zustand