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Friedrich, als Churfürst der dritte, ist einer der be-liebtesten Fürsten gewesen, die je in Brandenburg regirthaben. Die Zeitgenossen rühmen ihn, daß er sich vonaller Ausschweifung fern halte und nur seinen Pflichtenlebe; während die Unterthanen noch schlafen besorge erschon ihre Geschäfte — denn sehr früh pflegte er auf-zustehen: bei einem Dichter beklagt sich Phosphorits,daß ihm der König von Preußen zuvorkomme. Er warpersönlich milde, vertraulich, wahrhaft, gelassen. In sei-nen Gesprächen bemerkte man „billige und fürstliche"Gedanken: in den schriftlichen Aufsätzen, die wir von ihmsahen, zeigt sich eine umsichtige und scharfsinnige Be-handlung der Dinge. Eine dem Jahrhundert überhauptnoch eigene Vorliebe für Pracht und äußern Glanz theilteer in hohem Grade, doch nahm sie in ihm zugleich eineRichtung auf das jenseit des bloßen Scheines liegende.Die Werke der Baukunst und Bildnern, welche unter sei-ner Regierung emporstiegen, sind Denkmale eines reinenGeschmacks: schönere hat die Hauptstadt niemals gesehen.Er wiegte sich gern in dem Gefühl der Größe, die seinVater gegründet, daß er viermal so viel Länder besitze,als zu einem Churfürstenthum gehören würden, eine Kriegs-macht aufstellen könne, die ihn Königen gleich mache;aber er wollte nun auch daß das äußerlich anerkanntwerde, an Schätzen und Reichthümern fehle es ihm nicht,um den Glanz einer Krone aufrecht zu erhalten. In