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Erster Band.
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Verträge zu Wien 1725.

Noch war die Ruhe von Europa keineswegs befestigt;noch oft geschahen Versuche das Ebencingerichtctc wiederzu erschüttern; überdies aber traten auch unvermeidlicheFragen ein, in Folge eines jenseit des menschlichen Wil-lens liegenden Verhängnisses.

Das wichtigste ist, daß sich bei einem der vier großenStaaten, bei Östreich, noch ehe es sich mit den übrigenvollständig auseinandergesetzt, und seinen Frieden nach al-len Seiten geschlossen, Zweifel über sein künftiges Beste-hen regten.

Nachdem Joseph I ohne männliche Erben gestorben,und Carl VI ein paar Jahre in unfruchtbarer Ehe zu-gebracht, fing man in Wien an zu fürchten, daß der deut-schen Linie des Hauses Habsburg in kurzem dasselbeSchicksal bevorstehe, was die spanische betroffen.' DieSiege, die man gegen die Türken erfocht, machten dieöstreichischen Staatsmänner traurig, wenn sie bedachten,daß der Staat vielleicht so sterblich sei, wie der Kaiser,daß beim Tode desselben eine Auflösung der Monarchiezu erwarten sei. Wozu dieses Blutvergießen, dieses Län-

1. Prinz Eugen erzählt (Schriften IV, 84) daß Graf Wratiö-lav oft sagte: Gott gebe uns einen Prinzen, sonst ist an nichts an-deres zu denken, als daß die östreichischen Erbländer Spolia gen-tinm werden.