Band 
Erster Band.
Seite
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ISS

So lautet der Vertrag; es schien darauf abgesehen,das alte spanisch-östreichische Übergewicht wiederherzu-stellen. Bei alle dem möchte man beinahe zweifeln, obes dem Wiener Hofe rechter Ernst damit gewesen ist,ob er nicht blos dem stürmischen Verlangen der Spaniernachgegeben hat. Großes Bedenken erregt der berührteVorbehalt. Die Vermählung der ältesten Erzherzoginist nur dann unzweifelhaft, wenn der Kaiser vorherstirbt, ehe sie zu reifen Jahren gelangt; unbedingt ist alleindie Vermählung zweier Erzherzoginnen (noch lebten ihrerdrei) in das spanische Haus. Aus den Äußerungen Eu-gens sollte man schließen, dem Hofe habe eigentlich nuran der Garantie der pragmatischen Sanetion gelegen. An-ders aber war diese nicht zu erlangen, als wenn man derKönigin von Spanien große und glänzende Aussichten eröff-nete. Der Vertrag, wie er zu Stande kam, gewährte nichtalles was sie wünschte und bot doch unendliche Vortheiledar. Wenn Ostreich noch einmal über die indischen Schätzeverfügte, so konnte es auch wieder wagen, gegen die übrigeneuropäischen Mächte eine drohende Haltung zu nehmen.

Nun versteht es sich wohl, daß schon die Annähe-rung der beiden bisher feindlichen Mächte und ihr Frie-densschluß, noch mehr einzelne der von ihnen getroffenenVerabredungen, welche bekannt wurden, am meisten aberdie Tendenz, die man errieth, noch ehe sie sich vollstän-dig entwickelt hatte, eine allgemeine Bewegung in Europaerregen mußte.