achten, doch unter der Bedingung, daß sie nicht zum Nach-theil der drei Verbündeten angewandt werde. Bestimmun-gen von anzüglicherem Inhalt waren in geheime Artikelverwiesen. Der eine sagt, daß man alles was mit demfreien Wahlrecht der Polen nur immer vereinbar sei, thunwolle, um den portugiesischen Jnfantcn Emanuel auf denpolnischen Thron zu bringen; eine Geldsumme wird nahm-haft gemacht, die man zu dem Ende anwenden wolle;darum soll aber dem neuen König alsdann doch keineVerpflichtung auferlegt werden, die ihn bei seinen Unter-thanen verhaßt machen könnte; man will sehen, ihm durchVermählung eine Partei in dem Lande zu verschaffen. Derzweite geheime Artikel bezieht sich auf Curland; die Kaiserinverspricht alles, was nur immer mit der freien Wahlgc-rcchtigkeit der «irländischen Ritterschaft vereinbar sei anzu-wenden, um ihre Wahl auf den zweiten preußischen Prin-zen August Wilhelm, oder im Fall daß dieser abginge,auf einen seiner jüngeren Brüder zu lenken. Diese Wahlsollen alsdann Östreich, Preußen und Rußland gewährlei-sten und aufrecht erhalten.'
Es ist wahr, daß Scckendorf den Tractat, über den ermit großem Eifer unterhandelte, dann nicht förmlich un-terzeichnet, daß auch Löwcnwolde sich die Ratifikation sei-ner Kaiserin ausdrücklich vorbehalten hat; hätte man aber
1. Man hat behauptet, daß in dem Tractat auch Berg vonRußland garantirt worden sei. Das widerspricht aber den Begrif-fen von der Unabhängigkeit des Reiches in seinen inneren Angele-genheiten, es ist davon mit keinem Worte die Rede.