375
Verhältnisse zu den Lehcnsvettern; den ostftiesischen Ti-tel versprach er anzuerkennen, wenn es der Kaiser thue,gleich als hätte es dann in seiner Macht gestanden, dieszu verweigern; selbst die Anerkennung des königlichen Ti-tels erschien noch zweifelhaft.
Eine zweite Antwort, die bald darauf einging, lau-tete nicht besser.' König Friedrich Wilhelm sagte, er falleaus den Wolken, er müsse deutsch mit den Sachsen reden.
Sah er aber weiter um sich her, so konnte ihm nichtentgehen, daß sich ihm seit dem Tode Augusts II das Ver-hältniß zu seinen Verbündeten überhaupt verändert hatte.
Kaiserin Anna hatte den Vertrag, der in ihrem Na-men angeboten worden, noch nicht ratificirt. Graf Lö-wenwolde, dem man eine Chiffre mitgegeben, um einegeheime Correspondenz mit seinem Hofe zu unterhalten,hatte sich derselben nicht bedient, niemals ein Wort ge-schrieben : alle Anfragen über die Sache wurden auswei-chend beantwortet, und es fiel in die Augen, daß mandort von dem ganzen Project lieber nichts mehr hörenwollte. Ein Verfahren, das sich erklärt, wenn es wahrist, was die Historiker der Zeit einmüthig versichern, daßder Churfürst von Sachsen dem Oberkammerherrn undGünstling der Kaiserin, Biron, jenes Curland verspro-chen habe, welches dem Vertrage zufolge an einen preu-ßischen Prinzen kommen sollte. ^
1. 8 Juni 1733 dem Preußischen Minister Lüderitz ausgestellt.
2. In einem Gutachten TulemeierS 4Febr. 1734 heißt es: Bironverdiene um so weniger ein Geschenk „als er dem Wienerischen Hofe