404
Sorge trug. Die Armee konnte 130000 Mann starksein; unter ihrem vorsichtigen Führer, dem Prinzen Eugen,der im Anfang des Juni den Oberbefehl übernahm, undsein Lager zuerst beiBruchsal, dann bei Heidelberg auf-schlug, genügte sie, die Franzosen, welche wenn nicht ingleicher doch in wenig geringerer Zahl, unter dem Mar-schall von Coigny eine Stellung bei Ost- und West-hofen genommen, auf dem linken Rheinufer festzuhal-ten. Man erschöpfte sich gegenseitig in Bewegungen, wiesie die gelehrte Kriegskunst rathsam erscheinen ließ, aberohne alle Erfolge. Es waren schon Ereignisse, wenn einfranzösischer Parteigänger, La Croir, der herübergekom-men, im Rheingau in die Hände der Landmiliz fiel, oderwenn preußische Husaren von einem Ausfall einige Ge-fangene und viele Wunden zurückbrachten.' Mochte manaber auf diese Art sich tapfer erweisen, so konnte manweder die verlorenen Festungen noch vollends Lothringenwiedercrobern. Die Franzosen behaupteten alle Vortheile,deren sie sich im Beginn des Krieges bemächtigt hatten.
Noch weniger ließ sich in Italien eine günstige Um-wandlung der Dinge erwarten. Die Verbündeten erschie-nen in der Lombardei mit dreimal stärkeren Kräften alsder Kaiser, und der General, welchem nach mancherlei
1. Ein preußischer Husar soll bei einem solchen 12 bis 14 Wun-den erhalten haben. Der König sagte, es freut mich, daß meineHusaren wohl gethan haben: in solchem Wasser solche Fische. Frü-her schrieb er von seinen 1V0Ü0 M.: »ich hoffe, daß sie sich so wer-den aufführen wie sich ein Brandenburger aufzuführen gewohnt ist.«,(25. Juni.)