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Zweiter Band.
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hatte die deutsche Linie des Hauses Östreich doch von Zeitzu Zeit geschlossen. Wir erwähnten schon, welche Plänedie letzten Vermählungen der Töchter des älteren Bru-ders, Kaiser Josephs I, in die Häuser Baiern und Sach-sen, in Europa erweckt hatten. Lange war, besondersvon Frankreich her, darüber unterhandelt worden, diesedem Erbrecht der Maria Theresia entgegenzusetzen. Manhegte wohl den Gedanken, diese Fürstin in Italien zu be-friedigen, dagegen Ungarn, Böhmen und die deutschenLänder zwischen Sachsen und Baiern zu vertheilen.

Nun besaß aber das Haus Baiern noch einen ihmeigenthümlichen, aus alten Zeiten stammenden, ihm fürein bedeutendes Verdienst zugefallenen Anspruch.

In den religiösen Kämpfen des sechzehnten Jahrhun-derts trat ein Augenblick ein, wo sich in den Reichscolle-gien statt der katholischen eine protestantische Majoritätzu bilden schien, und die Stellung Kaiser Carls V, unddes Hauses Östreich überhaupt ernstlich bedroht wurde.In dieser Gefahr, aus welcher der schmalkaldische Krieghervorging, ist es für das Erzhaus Östreich von unbe-schreiblichem Nutzen gewesen, daß es Baiern auf seineSeite brachte. Der Krieg hätte eine ganz andere Wen-dung nehmen müssen, wenn ihm dies nicht gelungen wäre,und zwar so rasch und geheimnißvoll wie es geschah.

Dafür aber war nun auch dem Hause Baiern einAnrecht an die Nachfolge in den deutschen Erblanden,Böhmen und seinen Nebenlanden und sogar Ungarn, für