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Zweiter Band.
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die wenig wehrhaften und jetzt durch die zugeftornen Grä-ben nicht mehr geschützten Wälle zu unternehmen.

Aber die Bürger von Breslau dachten an keine Feind-seligkeit. Den Heranrückenden schickten sie Lebensmittelin die nächsten Dörfer entgegen; mit Wohlgefallen sahensie von den Thürmen und Wällen zu, wie die branden-burgische Kriegsmacht in ihrer Ordnung auf dem schweid-nitzer Anger aufmarschirte und sich unter ihren Fahnenund Standarten nach den verschiedenen Vorstädten ver-theilte. Mit besonderer Theilnahme bemerkt die Chronik,wie S. Maj. König Fridericus II an jenem Sonntag umhalb neun Uhr herangeritten kam, und in dem Sculteti-schen Garten seine Wohnung aufschlug. Seine militärischeUmgebung in ihren knappen Monturen, mit den funkelndenGewehren erregte die Bewunderung der Menge.

Es kostete der Stadt kein langes Bedenken, daß siedie Neutralität einging, welche der König anbot, wobeier sich nur vorbehielt, in einer Vorstadt ein Magazin an-legen und von seinen Truppen beschützen zu lassen. Je-doch den Dom entriß er der Besatzung der Königin:er selber war bei dem ersten Einmarsch. Den Geistli-chen, die ihm bei der Kreuzkirche zitternd ihre Schlüsselüberreichten, sprach er freundlich Muth ein.

Man könnte fragen, ob er nicht besser gethan habenwürde, sich seiner Übermacht zu bedienen, und zu einermilitärischen Occupation auch der Stadt zu schreiten.Noch hielt er aber an dem ursprünglichen Gedanken einer

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