Band 
Zweiter Band.
Seite
221
JPEG-Download
 

221

aus Militär von Fach, sparsam in seinem Haushalt, nieseinen Vortheil vergessend; — der Graf Schwerin einMann von allgemeiner Bildung, Geist und Gemüthlich-keit; eines heitern und selbst sinnlichen Lebensgenusses be-dürftig und gewohnt; immer von häuslichen Unordnungenund Schulden bedrängt; aber dabei von positiv religiö-ser Überzeugung, aus dem Grunde seiner Seele der voll-kommensten Sclbstvergessenheit, des freiesten moralischenSchwunges fähig. Wir lernen sie noch aus ihren Brie-fen kennen. Die Briese Leopolds, kaum zu lesen nochzu verstehen, bieten doch die gründlichsten Erwägungen dar.Auch Schwerin schreibt nicht immer correct, aber immermit Geschick, voll von seinem Gegenstand, andringend,selbst beredt. Jener faßt die Dinge nach den verschie-denen praktischen Möglichkeiten auf, die sie eröffnen, die-ser nach dem allgemeinen Eindruck den sie machen, zu-weilen mit Ungeduld und Besorgnis, öfter mit allzuleb-hafter Hoffnung.

Der König hatte etwas von dem einen und von demandern. Zwischen ihnen — und nicht unzuträglich warihm ihre entgegengesetzte Einwirkung — sollte sein eige-nes Selbst emporstreben und reifen.

Als Friedrich im letzten Dritthcil des Februar wiederin Schlesien anlangte, nahm er zunächst auf eine vollstän-digere Sicherung der Grenzen Bedacht. * Von Reichen-

1. In der Mit. man tempz cl>. III S. 87 sagt er nur, er habesich vorgenommen <1e i'stre le war cl« ses guai-Uers xour se xroci-