233
Abschluß jener Conventionen gegen Preußen, über dieman unterhandelte, konnte durch nichts mehr befördertwerden, als durch eine ernstliche kriegerische Anstrengung.Überdies vernahm man daß sich der König von Preußenzur Belagerung von Neiße anschicke, das man unmöglichin seinee-Hände fallen lassen durfte, wenn man jemalswerde in Schlesien eindringen wollte.
So ungünstig auch die Jahreszeit war, eben nach je-nem Schneefall, auf dessen Folgen Schwerin zählte, in denletzten Tagen des März machte sich Neipperg von Stern-berg her auf den Weg. Nach seinen eigenen Angabenwird sein Heer ungefähr auf 15000 Mann berechnet. Am31 war er in Lichtenwerder, am 1 April in Hermbsdorf:am 3 schickte er sich an, die Engen von Zuckmantel zupassiren. Die Fortschaffung des Gepäckes, der Kanonenund Pontons hatte' eine unbeschreibliche Schwierigkeit;überdies wußte man nicht, ob man nicht eben hier aufdie Preußen stoßen würde; um ihnen die Spitze bie-ten zu können, ließ Neipperg den Zug durch sämmtlicheGrenadiercompagnien eröffnen. Er fand Zuckmantel zer-stört, nicht besetzt; ohne Hinderniß langte er am 4 jen-seit des Passes — in Kunzcndorf — an.
Sehr auffallend ist es doch, daß Schwerin von einer
1. Vgl. die glaubwürdigen Berichte aus dem östreichischen Lagerin den LS April, und den Lütticher lUIte <ie
nauvelles 18 April, welche die Notizen, die die östr. milit. Zeitschriftmittheilt (Jahrg. 1827, Bd. I, S. 2S3), ergänzen.