282
den Fürsten als den ihnen vorgesetzten commandirendenFeldmarschall zu schuldigem Gehorsam und Respect" an-zuweisen. Der Fürst erhielt den Auftrag, unter keinenUmständen eine Verbindung der hannoverschen und dersächsischen Truppen zu gestatten, und sogar das Recht,in dringender Gefahr die Feindseligkeiten eröffnen zu kön-nen. Gleich im Anfang glaubte er, wie berührt, daß dieZeit dazu gekommen sei, und nur mit Mühe konnten dieMinister, die er eilig nach Potsdam beschied, seinen leichtentflammten Eifer bezähmen. Im Juni hörte man aufsneue von einer Vereinigung feindlicher Truppencorps;nicht allein der beiden genannten, sondern auch hessischerund dänischer Hülfsvölker mit ihnen; schon dachte derKönig einmal selbst, daß es hier noch Ernst werden könne;jedoch auch dies Mal verzog sich diese Gefahr, friedli-chere Nachrichten liefen ein, und man blieb bei dem Be-schluß, die Entwickelung der Absichten der benachbartenHöfe ruhig abzuwarten. ^ Indem man sich in den Standsetzte den Gegnern die Spitze zu bieten, hielt man sie zu-gleich ab, etwas zu unternehmen.
Bei weitem lebendiger und mannigfaltiger war dieThätigkeit Friedrichs in Schlesien.
Unmittelbar nach der Schlacht von Mollwitz, unterdem Schutze eines Lagers das gegen die tumultuarischcnAngriffe der leichten Reiterei mit besonderer Sorgfalt
1. Friedrich an Leopold von Anhalt, 6, 23 Juli. Orlich I,32S — 340.