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befestigt wurde, schritt er zur Belagerung von Brieg. DieWirkung seiner Batterien entsprach nicht eigentlich sei-ner Ungeduld und seinen Forderungen, aber sie richte-ten doch eben das aus was nöthig war: sie demontirtendie Kanonen auf den Wällen. Hierauf sah sich der Gou-verneur der Festung, Octavian Piccolomini, ein Neffedes bekannten Ottavio, außer Stande, dem feindlichenGeschütz zu antworten; sein Kriegsvolk war weder hin-reichend an Zahl noch zuverlässig; von den Bürgern an-gegangen, die Stadt nicht ohne allen Nutzen dem Verder-ben Preis zu geben, trug er auf einige Tage Waffen-stillstand an. Der König antwortete, in diesem Augen-blicke wolle er ihm noch eine ehrenvolle Capitulation ge-währen, doch dürfe man auf eine solche nicht mehr rech-nen, wenn er mit seinen neuen Batterien fertig sei,wie denn eben die zweite Parallele, nahe dem Graben,gezogen wurde. Hierauf an demselben Tage, 4 Mai,um 3 Uhr, steckte Piccolomini die weiße Fahne auf. *
1. In den Zeitungen findet sich eine Art Tagebuch (9 Mai,16 Mai), in den Acten ein bei weitem besseres »Journal vor denFürsten von Anhalt Durchlaucht", woraus die bisherigen militärischenDarstellungen zu berichtigen sein werden. Die Batterien kamen spätzu Stande, »weil der starke stiegen das lcimichte Terrain ganz er-weicht hatte"; am 12 Mai siel eine Bombe aus einem Kessel jenseitder Oder ins Schloß, welches in 24 Stunden völlig ausbrannte; diePreußischen Artilleristen behaupteten es sei zufällig geschehen. Dadie Batterien zu weit entfernt waren um förmlich Bresche zu schie-ßen, so ward am 3 Abends die zweite Parallele angefangen, auf 80bis 10 Schritt von. Graben, womit man am Morgen zu Stande ist;am 4 wird das Feuer von allen Batterien und Kesseln verdoppelt,erst um Mittag bittet der Commandant um Stillstand auf 4 Tage,— nicht auf 14, wie das Tagebuch des Feloprcdigers hat — und daihm dieser versagt wird, schlägt er Chamade um 3 Uhr.