Band 
Zweiter Band.
Seite
402
JPEG-Download
 

402

und der geringen Anzahl der Leute, die in den Win-terquartieren viel gelitten hatten, gedacht wurde. DerKönig fürchtete, damit solle künftiger Ungehorsam imVoraus gerechtfertigt werden, und hielt für das Beste,die Sachsen, wie sie längst gewünscht, von sich zu lassen.Ich beschloß, sagt er, niemals wieder die Anführung überandere Truppen zu übernehmen, als über solche, überdie ich auch allein zu befehlen habe; niemals wieder mitAndern weder die Gefahren zu theilen, welche zu bestehensind, noch den Ruhm, der zu hoffen ist.

Damit ward es aber auch unmöglich, den Feind zuerwarten, ihm eine Schlacht zu liefern, die gefaßten Ent-würfe zu verfolgen. Zum ersten Mal sah König Fried-rich sich Schranken gesetzt, die er nicht überwältigen konnte,und genöthigt, einen großen politischen Gedanken so gutwie aufzugeben.

Am 5 April 1742 brach er von Selowitz auf undschlug eine rückgängige Bewegung ein über Prosnitz, nachZwittau hin.

So voll von Gefahren war dieselbe nun wohl nicht,wie Eichel befürchtet hatte, aber sehr beschwerlich wurde siedoch, namentlich den vereinzelten Abtheilungen, durch dieAngriffe der feindlichen Husaren, mit denen man unauf-hörlich zu schlagen hatte. Zuweilen sprengten sie, mitlautem Geschrei, in vollem Jagen heran, dann reichteeine Anzahl guter Schützen, etwa in den Höhlungen ver-