8
von Mainz sehr geneigt, den Großherzog, als Mitregen-ten von Böhmen, zur Wahlversammlung zuzulassen.
Der Ausbruch der preußisch-östreichischen Irrungenmachte aber alles ungewiß.
Baiern und Psalz, die seit einiger Zeit auch ihreletzte Streitigkeit, über das Reichsvicariat, verglichen hat-ten, hielten eng zusammen; so wenig zuverlässig der Chur-fürst von Cölln auch überhaupt war, so mochte er sichdoch bei einer so großen Aussicht seines Hauses von dem-selben nicht trennen.
Dagegen erhob der Churfürst von Sachsen gegen dieMitregentschaft des Herzogs von Lothringen einen sehrnachdrücklichen Einspruch: denn was die Königin nichtausüben dürfe, das Recht der Chur, könne sie auch nichtübertragen; mit der Sicherheit der böhmischen verlor derHof von Wien zugleich die sächsische Stimme.
Doch war auch damit die Sache nicht entschieden,da Sachsen, wenn es sich gleich dem Großherzog wider-setzte, sich darum noch keineswegs für den Churfürstenvon Baiern erklärte.
Hätte sich Maria Theresia im Mai 1741 mit Preu-ßen verständigt, so würde der Großherzog wahrscheinlichauch dann noch gewählt worden sein. Der Churfürst vonMainz sagte einem Jeden der es hören wollte, der Aus-gang des Wahlgcschäfies hänge von den Ereignissen inSchlesien ab.
Wie hätte auch nicht eine Übereinkunft zwischen Prcu-