Antrag ihr der Churfürst von Mainz so eben gemachthabe; nach mehrstündiger Conferenz aber habe sie gefun-den, daß es nicht rathsam sei, die von Gott augenschein-lich gesegneten Waffen so leichten Entschlusses niederzu-legen; sie forderte die Stände auf, ihr bei diesem Vor-haben kraftvoll zur Seite zu stehen. „Wollt ihr", sofragte man sie im Namen der Königin, „die oft bcschworeneTreue in jedem Falle, welcher sich auch ereignen mag,halten? Alle Befehle, die man euch giebt, befolgen?Leben und Blut für Ihre Majestät opfern?" TiefeFragen so wie einige andere desselben Sinnes wurdenfreudig bejaht, und die alte Treue aufs neue beschworen.Das Gelübde der ungarischen Stände ward gleichsamauch auf die östreichischen übertragen, und von ihnen ineinem Augenblicke, als sich die Ansprüche eines Kaisersaus dem Hause Barern regten, zu dem ihren gemacht.
Die merkwürdige Stellung des Königs von Preu-ßen, als er in Mähren vorgedrungen war und Wien be-drohte, und der Königin ihm gegenüber, erscheint erst invollem Lichte, wenn wir betrachten, daß ihr Widerstreitauch zugleich dem Kaiserthum galt. Der König dachte erstFriede zu machen, wenn er ein mit ihm verbündetes Kai-serthum festgestellt und das Haus Östreich genöthigthätte, dasselbe anzuerkennen, sich ihm zu unterwerfen;die Königin mit ihrem ganzen ererbten Stolze weigertesich dessen, und verzweifelte nicht, ihren Gemahl noch bald