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Dritter Band.
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Macht versehen, das Reich war vielmehr mit einerneuen Provinz vergrößert: der Unterschied lag vor al-lem in einer Grundanlage des inneren Wesens. Dervierzehnte Ludwig hat mit aller Kraft einer energischenSeele in den öffentlichen Angelegenheiten gelebt, undihnen mit einer großartigen Persönlichkeit eine allgemeineRichtung gegeben; der fünfzehnte Ludwig konnte sich dazunie ermannen; wenn er Vertrag annahm, hatten nur Er-eignisse der Hauptstadt, Ertheilungcn von Gnaden und Stel-len, persönliche Nachrichten von fremden Höfen etwas An-ziehendes für ihn; die Geschäfte an sich, die Arbeit alssolche machte ihm kein Vergnügen; um auf der Höhe derAngelegenheiten zu bleiben bedurfte er fremden Antriebes.Diesen gewährten ihm damals der Herzog von Noailles,der eine lebendigere Kriegführung, der Cardinal Tencin,der umfassendere Gesichtspuncte der Politik anempfahl, undum nichts zu vergessen, auch die Favorit-Maitresse, Duchesfede Chateaurour, die ein Gefühl der Verwerflichkeit ihresVerhältnisses durch das Bestreben, Frankreich wieder zuseinem alten Glanz zu erheben, beschwichtigen wollte: siewollte die Diana von Poltiers Ludwigs XV werden. End-lich traten Begebenheiten ein, welche den persönlichen Im-pulsen noch die wichtigsten, in der Sache selbst liegendenhinzufügten.

Eben indem man in Paris den König von Sardi-nien schon für gewonnen hielt, schloß derselbe den Ver-trag von Worms, welcher auf eine Vernichtung der bour-