Die Rothenburgs hatten sich einst in frühester Zeit,schon bei der Erwerbung von Crossen, dem Hause Bran-denburg angeschlossen, dann war ein Zweig derselben infranzösische Kriegsdienste gegangen, und dort am Hofund im Heere zu großem Ansehen gelangt; man darf esals den Höhepunct ihres Glückes betrachten, daß jetzt einGraf Rothenburg, dem einen und dem andern dieser Staa-ten angehörig, einen französischen Minister zu stürzen bei-trägt, und ohne Zuziehung eines preußischen einen per-sönlichen Auftrag des einen Königs an den andern voll-zieht, der die wichtigsten Angelegenheiten betrifft.
Bei aller Hingebung für Friedrich schlug Rothen-burg zuweilen fast einen selbständigen Ton an. Es wargegen Friedrichs Wunsch, daß er mit positiven Vorschlägenherausging. Rothenburg fühlte sich ganz glorreich, als dieFranzosen den wichtigsten, welcher sich auf die Erwerbungder böhmischen Kreise bezog, bereitwillig annahmen. Erschreibt dem König: das sei der beste und wohlgelegensteTheil dieses Landes; binnen wenig Monaten könne ersich im festen Besitz desselben befinden; würde er aberjetzt die Gelegenheit nicht ergreifen, so würde sie ihmniemals wieder kommen, er würde mit Frankreich nichtwieder anknüpfen können.
Man möchte fast zweifeln, ob er die Lage der Dingeganz verstand, den Werth vollständig ermaß, den dieFranzosen eben damals auf die Erneuerung der preu-ßischen Allianz legen mußten und legten, ob er nicht auch