Band 
Dritter Band.
Seite
153
JPEG-Download
 

153

der Herzogin von Chateaurour in Verbindung zu setzen,die, wie berührt, dem König von Frankreich Gefühle mi-litärischen Ehrgeizes einzuflößen suchte. In deren Ge-mächern sah Rothcnburg den König und sprach mit ihmüber politische Gegenstände. Er sagte demselben einesTages, daß er nicht glaube mit Amelot zum Ziel kom-men zu können; Ludwig XV antwortete, Amelot solleauch den Vertrag mit dem König von Preußen gar nichtunterhandeln, überhaupt nicht lange mehr den Geschäf-ten vorstehen. In kurzem erhielt dieser Minister inder That seine Entlassung. In einem seiner Berichtean König Friedrich sagt Rothcnburg ganz unbefangen,er habe sich mit Noailles, Bellcisle und Richelieu ver-bunden, Amelot zu stürzen. Die Franzosen haben be-hauptet, Friedrich II habe diesen Minister gestürzt, undunrichtig ist dies nicht, insofern man das Thun desBevollmächtigten dem Herrn zuschreiben kann; in derThat aber hatte Friedrich persönlich keinen Theil daran,und nicht im entferntesten den Auftrag dazu gegeben.Die Sache war in Frankreich selbst längst im Werke, undich möchte nicht einmal entscheiden, ob Rothcnburg nichteben so gut Werkzeug war, wie er Hebel zu sein glaubte.Indem es aber dahin kam, so gewann die Unterhand-lung am französischen Hofe eine Gestalt, wie sie am preu-ßischen hatte; sie bewegte sich außerhalb des gewöhnlichenGeschäftsganges, und war gleichsam die persönliche Sachedes einen Königs mit dem andern.