Band 
Dritter Band.
Seite
192
JPEG-Download
 

192

Kündeten im nächsten Feldzug vorzubereiten gemeint. Dasich nun aber die politische Voraussetzung als falsch er-wies, so erschienen auch die Kriegsmaßrcgeln vergriffen;denn was konnten wohl jene Plätze nützen, wenn dieFranzosen oder die Kaiserlichen nicht kühn und stark imDonauthale vordrangen, und welch ein Verstoß gegenalle gesunde Kriegsregeln, ein Land hinter sich gelassenzu haben, das nun eine feindliche Richtung annahm, unddem Heere den Weg verschloß, den es gekommen war.Was in dem Zusammenfassen der politischen und strate-gischen Tendenzen zu Einem Gesichtspunkte groß und kühngewesen, erschien jetzt als ein Fehler; die Raschheit derAuffassung und des Entschlusses selbst hatte ihn verführt.

Man könnte fragen, ob es nun nicht das Beste fürihn gewesen wäre, sich sogleich auf einen engen Umkreisvon Böhmen zu beschränken und daselbst Vertheidigungs-weise zu Werke zu gehen; allein erst allmählig enthülltesich ihm selbst seine Lage vollständiger; damals, sagt erwohl, habe er von den östreichischen und sächsischen Be-wegungen nicht mehr Nachricht gehabt, als geschähen siein China; er hielt an der Hoffnung fest, das große ge-gen ihn anrückende Heer im offenen Felde zu bestehen,und in welchem Lichte wäre er seinen Verbündeten er-schienen, hätte er die kaum für den Kaiser gemachte Er-oberung schon wieder aufgeben wollen!

Das Heer des Prinzen Carl und Grafen Traun ver-einigte sich mit den Truppen Bathianys am 2 Oktober