Die Armeen in Böhmen. Kaiserwahl.Schlacht bei Soor.
Aus dem Munde Friedrichs wissen wir, daß er, alser in Böhmen eindrang, an keine Eroberungen dachte;er glaube durch seinen Sieg, wie er sagt, das Herz Pha-raonis erweicht zu haben und auf Frieden rechnen zudürfen.
Ohne Zweifel trug die starke Stellung des Prinzenvon Lothringen bei Königingrätz, wo der Adler, in densich die Gewässer des Glatzer Gebirges sammeln, einegute Deckung darbietet, dazu bei, ihn am wettern Vordrin-gen zu hindern; aber, wie der Herzog von Weißenfelseinst im östreichischen Kriegsrath entwickelte, gegen einenernstlichen Angriff war diese Stellung so sicher doch nicht,wie sie schien: Friedrich selbst behauptet, Königingrätzwürde er haben einnehmen können; wenn er es nicht angriff,so war das zugleich sein wohlbedachter Entschluß. Wozusagt er, hätte es ihm nützen können: es würde ihn mehr inSchwierigkeiten verwickelt, als Vortheil gebracht haben, denPlatz gegen das vereinte Böhmen behaupten zu müssen.
Es wäre eine unnütze Mühe, der Vorfälle des klei-