zu sehen. „Von den Einwohnern meiner verschiedenenProvinzen habe ich keine Beisteuer zu erwarten; sopeinlich es mir ist, nachdem ich immer über diese Dingeerhaben zu erscheinen gesucht habe, so muß ich meinenMangel bekennen. Nur Spanien und Frankreich, Eng-land und Holland haben die Kräfte, einen längeren Kriegauszuhalten; für uns Andere ist dies unmöglich." DemSelbstgefühl, das er in sich selber erst beugen mußte,ehe er etwas fordern konnte, entsprach es, daß seine For-derung in dem Ton eines gerechten Anspruches ausge-drückt wurde, und in der That nicht gering ausfiel; siebetrug 4 Millionen Thaler.
Er mochte darauf rechnen, daß die Franzosen aufeine Mehrausgabe von diesem Belange eingerichtet seinwürden, da sie nicht mehr Zahlungen an den Kaiserzu leisten brauchten, über deren überschwänglichcn Betragsie so oft Klage geführt hatten; aufs neue konnten siedem König Friedrich einen Dienst leisten, den er ihnennie vergessen haben würde.
Aber allerdings hatten auch sse großen Aufwand fürihren Krieg zu machen, und nicht leicht wurde es demControleur der Finanzen, die nöthigen Gelder auszu-weiden; die Forderung von Preußen war groß undunerwartet; sie gaben ihm eine nichtssagende, alles insweite schiebende Antwort; endlich boten sie eine bei wei-tem geringere Summe an, in monatlichen Raten.'
1. Der König von Frankreich hat den an Friedrich II zu schrei-benden Brief drei oder viermal verändert. In einem früheren Ent-