Band 
Dritter Band.
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schen Reiche, sein altes Ansehen in Europa wieder zuverschaffen.

In ihrem Ministerium fand sie wenig Einwendung.Weder Uhlefeld noch Colloredo, von denen der eine dieauswärtigen Angelegenheiten, der andere die Reichssachcnbearbeitete, waren recht für ihre Ämter geeignet. Uhle-feld zeigte in der geringsten Sache Bedenklichkeiten undMangel an Verständniß; er drückte sich entweder dunkeloder doch unbestimmt aus. Colloredo war ein Mannder vornehmen Welt, genußliebend, kleinlich besorgt fürsein Äußeres; an den Geschäften fand er wenig Ge-schmack: oft schickte er die ihm zugehenden Acten unge-lesen, nur mit seinem Siegel versehen, weiter. Beidehingen in den wichtigsten Dingen von dem GutachtenBartcnsteins ab, der, nachdem er die Schwierigkeiten derletzten Jahre überwunden, wieder den größten Einflußausübte. Er war von sich eingenommener als jemals, er-griff in jedem Gespräche das Wort, und führte es in durch-dringendem Tone; er schien sich für den größten Geist inEuropa zu halten; vom Kriege meinte er mehr zu verste-hen, als alle Generale, und in den äußeren Geschäftenführte er nicht allein die Feder, sondern gab die Rath-schläge die den meisten Eingang fanden. Einen einzigenMann gab es in der Conferenz, der ihm nicht beistimmte,sondern seinen eigenen Weg ging, den Kanzler von Böh-men, Graf Harrach. Dagegen unterstützte dessen Vor-gänger in Böhmen, Graf Kinsky, damals mit der Ver-