32V
fische Heer nicht in die Winterquartiere auseinanderge-hen zu lassen.
Weitere Vermuthungen erweckte das Vorrücken desGeneral Grüne nicht nach Böhmen, sondern nach demVoigtlande.
Recht eigentlich aufmerksam aber ward Friedrich erstbei der erwähnten Erklärung des Russischen Hofes. Gehenicht der Gedanke seiner beiden Nachbarn vielleicht da-hin, ihn von der Lausitz her in Schlesien anzufallen,um ihn, wenn sie geschlagen und durch die Lausitz ver-folgt würden, in Feindseligkeiten mit Rußland zu ver-wickeln? „Der Gedanke", ruft er aus, „wäre nicht soübel, allein bei Gott, ich werde berechtigt sein meine Feindeüberall zu verfolgen wo ich sie finde." Podewils erklärtedem Fürsten Woronzow, der in jenen Tagen in Berlinanwesend war, daß wofern der König von der Lausitzher angegriffen werde, Niemand etwas dagegen habenkönne, wenn man einen Feind, der ihm Schlesien entreißenwolle, daselbst aufsuche.
Von einem staatsrechtlichen Unterschiede zwischen seinenalten und seinen neuen Provinzen wollte Friedrich nichtshören.
Noch war aber alles ein mehr oder minder unbestimm-tes Vermuthen. Die Augen gingen dem König erst auf, alsein paar schwedische Diplomaten, die sich seit jener Heirathseiner Schwester mit besonderer Vorliebe ihm angeschlos-sen, ihm von den umfassenden Plänen, die ihnen zufällig,