355
Kreise zeigten sich im ersten Eifer bereit, sogar noch einegrößere Anzahl von Truppen ins Feld zu stellen.
Nachdem jene Säcularisationsentwürfe hauptsächlichdurch den Widerstand von Ostreich gescheitert waren,mußte das Verhältniß der geistlichen Fürsten zu der Macht,der sie ihre Erhaltung verdankten, nur noch inniger wer-den, und ihr am Reichstag mächtig zu Statten kommen.Dasselbe wiederholte sich in den Reichskreisen die sich nochversammelten, wo dann die Mehrheit der Stimmen, oderdie größere Macht der Geistlichen, wie die des Bischofsvon Würzburg in Franken, die Beschlüsse entschied. Fried-rich hatte gehofft, den sächsischen Hof nicht allein durch diegute Behandlung, die er dem Lande und dem Hofe zuTheil werden ließ, sondern auch durch einige Aussichtauf Vergrößerungen von Ostreich loszureißen, — er hättedamals nichts dagegen gehabt, daß durch irgend eine Ab-kunft die Stadt Erfurt von dem Erzstift Mainz getrennt,und mit Chursachsen verbunden worden wäre; in den ge-heimen Artikeln des Dresdner Friedens ist ausdrücklichdavon die Rede, — aber gar bald zeigte sich, daß diesnicht die Politik des Grafen Brühl war; er hielt auchnach dem Frieden an der Verbindung mit Ostreich fest.Dasselbe war der Fall mit Hannover.
Wir haben im Eingang ausgeführt, wie sich das Ter-ritorialfürstenthum in der Opposition gegen die höchsteNeichsgewalt entwickelt hat, und wie auch der preußische
23 *