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Anfall Ostfrieslands an Preußen nicht gern sahen, trugauch diese Frage nicht wenig bei.
Nun befand sich aber damals Ostfriesland in sehrzerrüttetem Zustande. Die Streitigkeiten zwischen Für-sten und Ständen, welche in der ersten Hälfte des acht-zehnten Jahrhunderts meistentheils ruhten, versetzten die-ses Land noch einmal in heftige Gährung und führtensogar zum Blutvergießen. Der Grund war folgender.
Die Verwaltung der Landeseinkünfte, die ausschließ-lich in den Händen der Stände lag, hatte wie gewöhn-lich zu vielen, zum Theil nicht ungegründeten Klagengegen dieselben Anlaß gegeben; der Kanzler des Für-sten, ein Mann von Feuer und Selbstgefühl, Zögling derHallischen Schule, in dem sich die Grundsätze des Thomasiusmit dem lutherischen Pietismus vereinigten, des NamensBrenneisen, unternahm, das fürstliche Interesse geltend zumachen. Er erlangte einige kaiserliche Decrete zu Gun-sten desselben, und brachte nach und nach, zum Theildurch Überredung, zum Theil durch offene Gewalt, dieMehrzahl der Stände auf seine Seite, keineswegs aberalle: die Ritterschaft und die vornehmste Stadt im Lande,Emden, hielt ihm fortwährend die Widerpart, und einevollkommene Spaltung erfolgte. Zwei Parteien bildetensich, die dann und wann entgegengesetzte Landtage hiel-ten; zwei verschiedene Landesadministrationen, die einezu Aurich, die andere zu Emden, traten einander gegen-über; sowohl die gehorsamen Stände, als die renitiren-
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