372
den, denn diesen Namen gab man ihnen, wollten dasLand sein. Der letzte Fürst aus dem Hause Cirksena,Carl Edzard, hat nicht einmal die Huldigung einnehmenkönnen; nach Emden ist er niemals gekommen, obgleicher seinen Wohnsitz nur ein paar Meilen davon hatte.Übrigens aber erlangten die gehorsamen Stände in demgrößeren Theile des Landes das Übergewicht. Die Re-nitirenden waren von den Landtagen und Ämtern aus-geschlossen, sie wurden zum Theil ihrer Güter, dieStadt Emden ihrer Herrschaften beraubt. Von altenZeiten her befand sich eine kaiserliche Sauvegarde imLande; die innere Fehde hatte aber auch andere Trup-pen ins Land gezogen, Holländer und Preußen, die mehrauf Seiten der Stände, einige Compagnien Dänen, dieauf Seiten des Fürsten waren. Auch an Hannoverhatte er einen Rückhalt, das eine Erbvcrbrüderung gel-tend machen wollte, die aber in offenbarem Widerspruchmit der von dem Reich gewährten Anwartschaft stand.An eine zusammenhaltende Landesverfassung, einen geord-neten Zustand, war nicht zu denken, als der letzte Cirk-sena, Carl Edzard, in der Nacht vom 25 Mai 1744verstarb. Man erzählt, sein Tod sei dadurch beschleunigtworden, daß sich die Meinung, mit der er sich seit eini-ger Zeit geschmeichelt, als habe seine Gemahlin Aussichtauf Nachkommenschaft, irrig auswies.
Hierauf bekamen nun die preußischen GerechtsameRealität, doch sieht man wohl, daß es nicht allein dar-