Band 
Dritter Band.
Seite
413
JPEG-Download
 

413

Halbbaumwolle und Halbleinen anlegen; in Tarno-witz würden Kunstschreiner beschäftigt werden können;für Waaren wie die Nürnberger, zu denen es an Holznicht fehle, würden Cracau und Teschcn einen gutenMarkt darbieten. Wie ein Hausvater, der sein Besitz-thum im ersten Frühjahr durchschreitet, um sich die Arbei-ten des Sommers zu überlegen, bemerkt er an jederStelle woran es gebricht und was sich thun lasse.

Den innern Verkehr, besonders zu Wasser, suchte er,nach dem Beispiel seiner Vorfahren, so viel möglich zu beför-dern. Durch den Plauischen Canal kürzte er die Schifffahrtvon der Elbe her um 8 Tage, durch den Finowcanal dieFahrt von Stettin nach Berlin um die Hälfte ihrer Dauerab. Um vieles leichter ließ sich nun das magdeburgischeSalz nach Schlesien, das neumärkische Holz nach demMagdcburgischcn schaffen, um hier zur Salzbercitung zudienen. Die Erwerbung von Schlesien, die Benutzungder Wasserwege gab dem Handel von Stettin neuen Auf-schwung.

Aus den Berichten der Kammern pflegte sich Fried-rich den inneren Haushalt einer Provinz zu vergegenwär-tigen. Wenn z. B. die Neumark von den 700000 Tha-lern, die sie jährlich an Abgaben aufbrachte, nur 520000in ihren Grenzen verwandte, und das übrige an die all-gemeine Staatskasse ablieferte, so wurde zweifelhaft, wiesie dabei bestehen könne; aber die Tabellen über Aus-fuhr und Einfuhr wiesen nach, daß sie jährlich einenbedeutenden Gewinn im Handel mache: man berechnete ihn