ren, keine langen Disputationen zu gestatten, und nur nachStimmenmehrheit den Schluß zu machen.'
Eine vorzügliche Rücksicht ward unter Friedrich wieunter seinem Vater den Äußerlichkeiten der Verwaltunggewidmet. Aus den vereinigten Amtskircheneinkünften sindin den letzten achtzehn Jahren Friedrich Wilhelms undden ersten elf Friedrichs II in der Churmark 156 Kir-chen oder Thürme hergestellt, 129 neu erbaut, zahlreicheOrgeln und Glocken angeschafft worden; auch unter denKabinetsordres Friedrichs II finden sich manche zur Un-terstützung der Kirchen- und Pfarrbauten.
Für die Fälle, in denen er doch persönlich gefragtwurde, hatte er sich einige Maximen gebildet, z. B. dieGeistlichen nicht viel mit hohen Titeln und Würden auszu-statten, denn Paulus schreibe sich nur einen Diener JesuChristi; bei Besetzungen der Stellen mehr als bisher aufden Wunsch der Gemeinden zu geben, besonders, wenn erauf wohlgesittete und mildgcsinnte Männer ging; vor allemkeine neuen Lehrmeinungen einreihen zu lassen; für dasbeste Heilmittel gegen solche hielt er, daß man sie lächerlichmache. Mit dem Ton der damaligen Prediger war ernicht einverstanden: er vermißte bei ihnen Weltkenntniß undselbst Studium des Evangeliums. Um auf die Welt zuwirken, müsse man dieselbe nehmen wie sie sei; aus demStudium der Schrift müsse ein Prediger seine vornehmste
1. Instruktion vor das über alle königliche Lande errichtete lu-therische Oberconsistorium, 4 Oct. 1750, bei Mylius Loiuiuualiotüorp. Solist. Hlsroli. IV, nr. 106.