Band 
Dritter Band.
Seite
488
JPEG-Download
 

488

zuweilen als ein Schüler Eugens, doch war es die Schulealler großen Feldherren, in die ihn dieser geführt, der ersich in den eifrigsten Studien hingegeben hatte.

In der Politik dürste man sich nicht einmal an Vor-bilder halten, da die Zeiten sich unaufhörlich verändern,und Einsicht in die sich bildende Gegenwart die Summedavon ausmacht.

Was man sonst wohl dafür fordert, Kenntniß derFormen, Schonung und rücksichtsvolle Rede war nichtFriedrichs Sache; er sprach mit Lebhaftigkeit und spartedie Sarkasmen nicht; seine Äußerungen, von Mund zuMund getragen, haben ihn an den meisten Höfen Feind-seligkeiten erweckt, ja selbst Nationen, wie die Ungarn,gegen ihn aufgereizt; ein guter Diplomat wäre er nichtgeworden. Die Eigenschaften aber, welche zur oberstenLeitung der Geschäfte gehören: Bewußtsein der eigenenStellung und ihrer Grundlagen, natürlichen Scharfblickdes Geistes, vor dem jede Täuschung zerrinnt, Gefühlvon dem, was sich ausrichten läßt, kluge Mäßigung, ver-schlagene Entschlossenheit, besaß er von Natur und bil-dete sie täglich mehr aus. Nur dadurch konnte ihm dienach dem Begriffe der Zeit verwegenste Unternehmunggelingen; das politische Talent hatte daran nicht gerin-geren Antheil, als die Heersiihrung.

Noch entsprach die Stellung, die er nun einnahm,mit Nichten dem, was man sich im Allgemeinen von einerneu zu begründenden Macht hätte denken können. Wäre