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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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Claſſ. Mvl. Von Baͤrten.

5. Wieden oder anbinden.6. Beſchnelden.7. Unterſtuͤtzen.

Von aller ſolcher Arbeit hat der fleiſſige Gaͤrtner ſchon hin und wieder vor-hero in beſagtem und dann nachkommenden Unterricht vom Gartenwerck/ wieauch bey Anweiſung der XI. Claß/ was jedes Monats/ durch das gantze Jahr/im Baum⸗Garten zu thun/ genugſamen Bericht; Wir ſetzen aber zum Uber-fluß nachfolgende wenige Anmerckungen:

1. Faſt alle Baͤume wollen oben trockene/ und bey den Wurtzeln feuchteErde haben. 1 b

II. Feigen und Maulbeer⸗Baͤume wollen feiſte Erde haben.

111. Im Herbſt entbloͤſſet man die Wuͤrtzeln der Baͤume ſo tieff/ daß man

ſie faſt gantz ſehen mag/ jedoch muͤſſen ſolche/ wie oben gedacht/ ein paar Queer-

inger hoch mit Erdebedecket bleiben. Hernach leget man den Miſt darauff/

Fin ſolchen durch Regen und Schnee zerflotzen/ alſo/ daß die Feuchtigkeit dar-von zu den Wurtzeln kommen/ und ſich mit der Erde vermengen moͤge.

IV. Wann der Boden ſandig/ ſo menget man feiſten und friſchen Lettendarunter. Iſt aber derſelbige Boden letticht/ ſo menget man im GegenthellSand darunter/ an Statt deſt Miſtes.

V. Im feiſten Erdreich ſolle man Staͤmme/ worauff man pfropffen will-lang laſſen/ immagern Boden aber kurtz.

VI. Diezungen Pflantzen der Baͤume/ biß ſie drey Jahr alt werden/ ſollennicht beſchnitten/ oder behauen werden.

VII. Die Neben⸗Schoͤßlinge und Baſtart⸗Zweige/ ſo nahe bey demStamn)// oder ſonſten außwachſen/ ſolle man fleiſſig hinweg nehmen/ dann ſiedem Baum ſeine Nahrung ſtehlen.

VIII. Wann junge Baͤume nicht fort wachſen wollen/ und ſchwach wer-den/ ſo ſolle man zu den Wurtzeln raumen/ und denſelbigen mit friſcher Erde

elffen.8 f IX. Wann die Erde nicht zu hart/ noch zu weich/ ſo mag man darein aller-ley Staͤmme ſetzen.

X. Wann die Baͤume anfangen groß zu wachſen/ ſo ſchabet man derſelbi-gen Rinde/ undreiniget ſie von den Faſern/ und aller Raͤudigkeit.

XI. Die Wurtzeln der Baͤume ſollen offtermals geduͤnget/ und/ wo es noͤ-thig/ begoſſen werden.

XII. Das Waſſer/ zum Begieſſen/ ſolle nicht gantz friſch/ noch kalt/ ſondernaus einem Teich/ Weyher/ Pfuͤtzen und Gruben von faulem Waſſer/ ſo langein der Sonne geſtanden/ genommen werden; Ingleichen kan man Miſt imWaſſer umruͤhren/ und darmit die Baͤume begieſſen.

XIII. Zu