2 ?
gegeben habe, welche mit dem Teufel zu verkehren glaub-ten. Wir finden nicht blos in dem Zeugnisse der Inqui-sitoren, sondern in den eignen Geständnissen der Ange-klagten eine bejahende Antwort. — Eine Frau, die inBern hingerichtet wurde, gestand: „wir lauern besondersauf die noch nicht getauften Kinder, aber auch auf diegetauften, besonders wenn sie von dem Zeichen desKreuzes nicht behütet sind, und tödten sie, wenn sie inihrer Wiege oder an der Seite ihrer Eltern liegen, durchunsere Worte und Cereraonieen, so dass man glaubt, sieseien erstickt oder von selbst gestorben. Dann raubenwir sie heimlich aus der Erde und kochen sie, bis nachAbscheidung der Knochen das ganze Fleisch flüssig undtrinkbar wird; von den festem Theilen machen wir einezauberische Salbe zu Künsten und Verwandlungen; dieflüssigem Säfte aber füllen wir in Flaschen, und wenn einNeuling wenige Tropfen davon getrunken hat, so hat erTheil an unserm Wissen.”
Ein junger Mann, der in Bern mit seiner Frau zu-sammen in den Kerker geworfen wurde, erklärte, „dasser Alles gestehen wolle, wenn ihm Vergebung vor sei-nem Tode zu Theil werden könnte, „er habe seinen Glau-ben, die Taufe und die ganze Kirche abgeschworen, sichvor dem Teufel gebeugt, und durch den Trunk aus demSaft von dem Fleisch der Kinder sei er in die Geheim-nisse der Zauberei eingeweiht worden.” Mit Ergebungstieg er auf den Scheiterhaufen und zeigte Reue bis zumTode, aber-.seine Frau gestand nicht und überhäufte nochauf dem Scheiterhaufen ihre Richter mit Verwünschungen.
Stadelcin (grandis maleficus) 1 2 ) gestand, er habe ineinem Hause einer Frau ihr Kind siebenmal im Uterusgetödtet, so dass sie immer abortirte, und ebenso bei demVieh in demselben Hause und zwar dadurch, dass er eine
1) N i d e r ibid. p.717.
2) Bodin, Dämonomanie des sorciers 1. II. c. VI. spricht von ei-nem berühmten Zauberer Stasns in Bern, der mitten unter sei-nen Feinden unsichtbar wurde und verschwand. Fr soll zweiausgezeichnete Schüler Hoppo u. Stadlin gehabt haben. L.