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Der Wahnsinn in den vier letzten Jahrhunderten / nach dem Französischen des Calmeil bearbeitet von Dr. Rud. Leubuscher
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Scheiterhaufen 1 ). Eine dritte Amazone in vollem mili-tärischen Anzuge zeigte sich plötzlich auf den öffentlichenPlätzen in Köln. Es stritten sich damals zwei Bewerberum den Bischofssitz in Trier, und diese Kreatur, die ganzgemeine Sitten hatte und sich unverschämterweise mit derPucelle verglich, behauptete, sie sei berufen, den Einen vonbeiden Prätendenten zu weihen. Sie entkam, obgleichvor ein Inquisitionsgericht gefordert, unter dem Schutzeeines Grafen, und wurde blos cxkommunicirt. Sie heira-thete später einen französischen Officier. Es war bei ihrwahrscheinlich Simulation. Ihr Auftreten ist aber die Ur-sache von der Behauptung einiger Schriftsteller, dass ander Stelle von Johanne d’Arc eine Verbrecherin verbranntworden sei, und dass Johanne d’Arc, nach dem Tode desHerzogs von Bedford, verheirathet in Metz gelebt habe 2 j.

2. Mortlinönomaiiie und Anthropophagie derWald eil s er.

Bald nach Johanne d’Arc glaubte man im Waldenser-laude eine Menschenklasse zu entdecken, welche die Teu-fel anbetete und sich von menschlichem Fleische nährte.Besonders in der Umgend von Bern und Lausanne soll-ten die Zauberer hausen; sie assen ihre eignen Kinder,und dreizehn Opfer sollten innerhalb einer kurzen Zeitverschwunden und von ihnen verschlungen worden sein.Petrus, Richter in Boltingen, und ein Inquisitor HessenHunderte von Unglücklichen um dieser Gerüchte willenauf die Tortur spannen und in den Flammen umkommen.Ganze Familien verliessen von Schreck erfüllt jene Orte,um anderswo eine Zufluchtsstätte zu finden, aber derFanatismus und der Tod folgten ihnen auf dem Fusse 3 ).

Die Frage, die uns zunächst beschäftigen muss, istdie: ob es unter den Waldensern wirklich Wahnsinnige

1) Kid er, in Malteo maleficarnm Francofurti MDC. p. 755

2) Nider, p. 755. Encyclop. par Diderot T. 3. edit. in 4° 1777art. Are (Jeanne d’Arc).

3) Nider, in Malleo maleficarnm T. 1. p. 717. Sprenger ibid.

T.l. p. 161.