Das sechszehnte Jahrhundert.
Ansichten der Schriftsteller.
In dem verflossenen Jahrhundert waren es fast alleinInquisitoren und Theologen, die zu beweisen suchten,dass man Kranke mit einem partiellen Delirium als Ketzerverfolgen und bestrafen müsse; dass der Ausbruch ge-wisser Nervensymptome mit oder ohne Störung der intel-lektuellen Fähigkeiten, wie Epilepsie, Ecstase, Hysterie,von der Gegenwart schädlicher Geister in dem Nerven-systeme Zeugniss ablege. Jetzt sehen wir auch, wieMenschen mit ausgezeichneten Fähigkeiten und Kennt-nissen, die ausser dem Klerus stehen, mit einem blindenGlauben sich der Ansicht in die Arme werfen, dass derMensch oft mit Dämonen ein Bündniss schliesse, unddass viele Krankheiten nur übernatürlichen Einflüssenihre Entstehung verdanken. Bartholomäus de Spina,Fernelius, Ambrosius Paraeus, Bodin, Le-loyer, Boguet vertreten hauptsächlich den Gedanken,dass die Dämonomanie, die Hysterodämonopathie, dieZoanthropie, die Besessenheit keine funktionelle Krankheitsei. Ponzinibius aber, Alciatus,Wierus, Pigrav,Johann Baptista Porta, Montaigne haben denunvergänglichen Ruhm, diese räthselhaften Erscheinungenin das Gebiet der Pathologie zurückgewiesen zu haben.
1528 schrieb Bartholomäus de Spina, Pro-fessor der Theologie und Dominikanermönch, sein Buchüber die Strigen, das lange Zeit als eine der Stützen