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Luther hat uns über seine Teufelserscheinungcnselbst seine Beri chte hi nterlassen *).
Bei Hieronymus Cardanus ist es schwer, zueinem rechten Abschluss über seine Ansichten zu kom-men , aber auch er war von der Realität der Erscheinun-gen überzeugt; er erzählt, dass eines Abends sein VaterFacio Cardan von sieben Teufeln heimgesucht wurde,die einen heftigen Disput mit ihm begannen. Auch sprichter in mehreren seiner Schriften von einem Genius, derihn beschütze. Doch ist rühmend anzuerkennen, dasser seine Stimme zu Gunsten der wegen TeufelsverehrungVerfolgten erhoben hat 1 2 ). Johann Lange theilt eineBeobachtung mit, welche beweisen soll, dass der Teufelzuweilen eine Menge von fremden Körpern in dem Nah-rungskanal der Besessenen zusammenhäuft. Ulrich Neu-sesser, ein Bauer zu Tugenstahl, hat sich 1539 miteinem schneidenden Instrumente getödtet. Einige Tagevor seinem Tode hatte ein Bader aus seinem Unterleibeeinen grossen Nagel herausgezogen, der dort eine her-vorragende Geschwulst verursacht hatte. Bei der Sektiondes Behexten (male/icie) findet sich im Magen ein grossesStück Holz, vier Messer, zwei eiserne Haken und einKnäuel von Haaren. Alles das kann blos durch den Teu-fel dahineingekommen sein 3 ), und Lange trägt nichtdas mindeste Bedenken, diesen Fall als ein Beispiel fürdie Existenz übernatürlicher Krankheiten anzuführen. Ererzählt auch von einer andern besessenen Frau, die zweiNägel, Stecknadeln und ein Paquet von Haaren ausbrach.Fernelius besitzt einige Kenntnisse über insania, überEpilepsie, über Manie, Hypochondrie und Melancholie:
1) Wieri opera omnia p. 54. Bodin I. c p. 107. LengletDufresnoy, Becueil de dissertations etc. T. 1. Part 2. p. 193et sqq. cf. besonders Kap. 24. der Tischreden von Luther.
2) G. Naude, Apologie pour les grandes~'fionimes soupconiids demagie etc. p. 245etsqq. H. Cardani, De vita propria, cap. 47.p. 186. 187. Dann: De reruin varietate.
3) J. Lange, Medicinalium epistolarnm miscellanca, in 4°. Basil.4554. Lib. 1. Epist. 38.