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fortgesetzter Lektüre der Bibel, im Alter von 37 JahrenEmpfindungen bekam, die ihm eine grosse Freude ver-ursachten: ein übernatürliches Wesen klopfte an seineThüre, klopfte auf sein Gebetbuch, zog ihn an den Ohren *),sprach mit ihm und erschien ihm endlich unter der Formeines glänzenden Lichtes jedes Mal, wenn ihm Gott irgendein Ereigniss ankündigen wollte. An einem Morgen er-schien der Geist auf seiner Bettdecke als ein Kind miteiner weissen glänzenden Tunica mit purpurnem Wider-schein bekleidet. Gehört dieser Diener Gottes nicht zuden Personen, die sich des Schutzes eines Engels desLichtes erfreuen? ruft Bo din aus. — Ein Anderer wurdeTag und Nacht von einem Geiste in verschiedenen Ge-stalten verfolgt, der ihm abscheuliche Ilathschläge in’sOhr flüsterte, ihn auf jede mögliche Weise quälte, biser sich entschloss, seine Wohnung zu verlassen, um sovielleicht die verlorene Ruhe und Schlaf wiederzufinden.Dies war nach Bodin’s Ansicht ein böser Geist. ••—Ein junges Mädchen, welches der tugendhafte Amyotvergeblich zu trösten und zu heilen versuchte, bemerkte,als sie auf dem Grabe ihres Vaters betete, das Bild einesschwarzen Mannes; das Gespenst nannte sich Satan,fasste ihre Iland, und befahl ihr, sich seinem Willen zufirnen. Da sie aber sich nicht seinen Absichten unter-
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werfen wollte, so wurde sie bald von einem Dämon be-sessen, der ihr die scheusslichsten Gedanken einflösste,sie zwang, laut zu schreien, sich in einen Brunnen zustürzen, sich zu stranguliren. Einmal wollte er sie noth-züchtigen, und in dem Kampfe warf er sie zu Boden.
Viele Frauen werden bald das erste Mal, wenn sievom Satan sich zum Hexenfeste haben führen lassen,ihrer Unschuld beraubt. Während die Frauen sich denIncuben überlassen, haben sie Empfindungen im Uterus,Gefühls- und Gesichtswahrnehmungen. Der Dämon, dender heil. Bernhard austrieb, hatte sechs Jahre lang mit
1) Am rechten, wenn er etwas Böses thun wollte, am lluken,wenn er einen guten Vorsatz hatte. h.