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Der Wahnsinn in den vier letzten Jahrhunderten / nach dem Französischen des Calmeil bearbeitet von Dr. Rud. Leubuscher
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des Wahnsinns und kämpft mit Mutli und Kraft und miteigener Gefahr gegen den Fanatismus, der die Wahn-sinnigen in’s Verderben stürzt.

Er war Leibarzt des Herzogs Wilhelm von Kleve,gebürtig aus Grave an der Maas, ein Schüler desAgrippa von Nettesheim. Seine sechs Bücher: Depmesiigiis daemonum, incuniatlonibus eorumtpie vene-ficiis , 1563 zuerst gedruckt, bald in verschiedenenAuflagen durch Deutschland verbreitet, in’s Deutscheübertragen, haben einen langen Kampf erregt. Weiher(auch Wyer) hat viele Geisteskranke gesehen und be-müht sich, eine Menge von Symptomen, die bei denangeklagtcn Hexen vorkamen, auf pathologisclie Weisezu deuten; er kennt die Konvulsionen, die epidemischin Klöstern geherrscht haben; er weiss, dass man dieSymptome der Besessenheit auch simuliren könne; erist fest überzeugt, dass die Lykanthropen, die Strigen,ihrer Vernunft nicht mächtig seien. Der Teufel täuschtsic, aber sie haben Nichts von dem Uebel gethan, des-sen sie sich anklagen, Die Kinder, die sie verschlun-gen haben wollen, sind am Leben geblieben; die Todten,die sie ausgegraben, liegen noch in ihrem Grabe. Mankann die Zauberer auf ihrem Bette festbinden, und siewerden nichts desto weniger versichern, dass sie aufdem Sabbat getanzt, dass sie den Coitus mit einem Teu-fel vollzogen. Wenn die Unglücklichen zu unvernünfti-gen Handlungen, zu Mordthaten fortgerissen wurden, sosind sie dafür nicht strafbar, denn sie sind nicht fähiggewesen, die Folgen ihrer Handlungen einzusehen oderihren Antrieben zu widerstehen.

Auch Leloyer, dessen Ansichten über die Erscheinun-gen und Hallucinationen (in dem Kapitel Des sens corrom-pus) schon mitgetheilt worden sind, hat zur Beförderungrichtiger Ansichten über Pathologie der GeistesstörungenManches beigetragen; er kennt und citirt oft die Ansich-ten von Ilippokrates, Areläus, Galen, Nemesius, Paul vonAegina über Hallucinationen, Melancholie, Ecstase u.s.w.Auch versichert er entschieden, dass nicht alle Krankhei-