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Der Wahnsinn in den vier letzten Jahrhunderten / nach dem Französischen des Calmeil bearbeitet von Dr. Rud. Leubuscher
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Theoriccn bleiben, welche überall nur dämonischen Ein-fluss erkennen wollten.

Die damals beobachteten Fälle von Mordmonomaniestellen sich ebenso dar, wie in unsern Zeiten. — 1536

tödtete eine Frau in Kuckendorf, einem Dorfe in Schle-sien, in Abwesenheit ihres Mannes ihre drei Kinder unddann sich selbst; in Brandenburg eine Frau in einemWulhanfalie ihren Mann und zwei ihrer Söhne; dannband sie ihnen grosse Steine um den Hals und warf siealle drei in die Oder. — Eine Frau in Uveidenhausen,einem Dorfe in Hessen, verschliesst alle Thüren ihresHauses und verfolgt mit einem scharfen Beile ihren acht-jährigen Sohn. Der Knabe flieht in den Keller und ver-birgt sich hinter einem grossen Fasse. Die Mutter abersucht ihn mit einer Lampe, und seiner Thränen und sei-nes Flehens nicht achtend, zerspaltet sie ihm den Ivopfund zerhackt die Arme in mehrere Stücke. Dann renntsie aus dem Keller und zerhackt einem Mädchen vonfünf Jahren den Kopf, die Brust und die Arme. Ein klei-ner Knabe von drei Jahren hatte sich hinter der Thüreversteckt; seine Mutter ergreift ihn bei den Haaren undschneidet ihm den Hals ab, ebenso reisst sie ein kleinesKind von sechs Monaten aus der Wiege und tödtet es.Als nun Niemand mehr übrig ist, schneidet sie sich selbstmit einem Messer in den llals, aber nicht tief genug, umbald daran zu sterben. Die Nachbarn, dio das Geschreider Kinder gehört, erbrechen endlich die Thüre und fin-den die Unglückliche wieder bei vollem Bewusstsein. Siestarb kurz darauf unter bitterer Reue. (1551). — 1550 er-eignete sich im Eisass folgender Fall. Ein gewisser AdamSteckmann, ein Weinbauer, hatte seine eben erhalteneLöhnung in der Schenke verspielt. Er gerieth darüberin Verzweiflung; es heisst auch, dass er zugleich einenheftigen Kopfschmerz empfunden habe. Es war umOstern. Seine Frau geht mit ihrem ältesten Sohne zurArbeit und lässt ihn zur Bewachung des Hauses und derKinder zurück. In der Einsamkeit steigt ihm der Ge-danke auf, sich zu tödten. Er ergreift ein Beil und sucht