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Versammlungen führte eine Art Teufelinn, welche sie dieweise Göttinn nannten, oder auch die weisse Sibylle imGegensatz zur Königinn der Engel, den Vorsitz, vorderAlle grosse Furcht hatten. Wenn sie zusammen waren,so wurde getanzt und gegessen. Die Speisen waren zumTheil nur Scheingerichte, zum Theil aber wirkliche,grosse Ochsen, die sie von den Tischen der Reichengestohlen hatten. Die weisse.Göttinn brauchte aber nachder Mahlzeit blos die abgenagten Knochen auf der abge-zogenen Haut sammeln zu lassen, um die Thiere wiederlebendig und den Diebstahl unbemerkt zu machen. —Die Blutsauger, welche als Katzen die ganze Nacht um-herschweifen, verbergen unter der Schwelle ihres Hauseseine bezauberte Kröte, durch deren Hülfe sie ihre mensch-liche Gestalt wieder annchmen können. —
[Calmeil bemüht sich, den Wahnsinn der Hinge-richteten aus den vorhandenen Daten herauszufolgern.Dass Mordthaten an kleinen Kindern wirklich verübtworden seien, ist höchst unwahrscheinlich. Die Kinderwurden von ihren Eltern bewacht, die selbst ganz freivon jeder Ilallucination waren und die sich über einen di-rekten Mordangriff auf ihre Kinder gewiss nicht getäuschthätten. Katzen hatte man wohl mehrmals in den Häu-sern an den Betten der kleinen Kinder gefunden, Men-schen aber nie. In Bezug auf die Verwandlung in Katzengesteht selbst Spina zu, dass der Geist und die Sinneder Strigen durch einen dämonischen Einfluss bezaubertgewesen seien, so dass sie sich selbst wie Katzen vor-gekommen, dass die Täuschung auch wohl eine gegen-seitige gewesen, so dass sie auch Andern als Katzenerschienen. Die Hauptsache ist ihm bei den Mordthatendie teuflische Hülfe, welche im Augenblicke des Mordesunsichtbar zu machen vermöge. Calmeil vermuthet,dass die Strigen am Tage frei von Hallucinationen gewe-sen seien, dass sie in ihren Träumen zuerst mit demTeufel verkehrt hätten, und dass ihre Träume dann miteiner solchen Lebendigkeit vor ihr Bewusstsein getreten,dass sie als objektive Erlebnisse in den wachen Zustand